Des Pfarrers Tochter von Taubenhain von J. Blaschke in G.A. Bürgers sämmtliche Werke. Zweyter Band. Gedichte, Wien 1812
Des Pfarrers Tochter von Taubenhain von Moritz Retzsch in Umrisse zu Buerger´s Balladen 1840
Er zog sie zur Laube, so düster und still,
Von blühenden Bohnen umdüftet.
Da pocht´ ihr das Herzchen; da schwoll ihr die Brust;
Da wurde vom glühenden Hauche der Lust
Die Unschuld zu Tode vergiftet. - - -
Er schlang ihr fliegendes Haar um die Faust;
Er hieb sie mit knotigen Riemen.
Er hieb, das schallte so schrecklich und laut!
Er hieb ihr die samtene Lilienhaut
Voll schwellender blutiger Striemen.
“Daß Gott dich! - du schändlicher, bübischer Mann! -
Daß Gott dich zur Hölle verdamme! -
Entehr´ ich als Gattin dein adliges Blut,
Warum denn, o Böswicht, war ich einst gut,
Für deine unehrliche Flamme? -”
Sie kratzte mit blutigen Nägeln ein Grab,
Am schilfigen Unkengestade.
“Da ruh du, mein Armes, da ruh nun in Gott,
Geborgen auf immer vor Elend und Spott!” -
Mich hacken die Raben vom Rade!” - -
Allnächtlich herunter vom Rabenstein,
Allnächtlich herunter vom Rade
Huscht bleich und wolkicht ein Schattengesicht,
Will löschen das Flämmchen, und kann es doch nicht,
Und wimmert am Unkengestade.
Des Pfarrers Tochter von Taubenhain von Carl von Heideck
The Parson's Daughter From Taubenhain von Eugen Napoleon Neureuther (German, 1806-1882). Painted in 1839. National Gallery of Art
Des Pfarrers Tochter von Taubenhain von Eugen Napoleon Neureuther (Randzeichnung) in Neureuther, Bilder um Lieder. 1918
Des Pfarrers Tochter von Taubenhain von Christian Griepenkerl (Oldenburg 1839 - 1916 Wien) 1906